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Whisky Regionen

Lowland

Als Lowland bezeichnet man die Region Schottlands südlich einer Linie Glasgow - Perth - Tay. Alle hier hergestellten Whiskys sind heute sehr hochwertige "Lowland Malts" und zeichnen sich durch leichten, fruchtig trockenen Geschmack ohne See- und Torfaroma aus. Bekannte Lowland Distillerien sind u.a. Glenkinchie, Auchentoshan und Littlemill.


Highland

Der Begriff "Highland" wird vielfältig benutzt: für die gesamte Region nördlich der Linie Glasgow - Perth - Tay, für die Gebirgszüge der Grampians und der Northwest Highlands, für den Regierungsbezirk "Highland Region", etc. Wegen der Größe und Vielfältigkeit der Highlands spezialisiert man beim Whisky noch in "West Highland", "North Highland" und "Speyside".

Als echte Highland Whiskys gelten diejenigen, die im Bereich der Grampian Mountains hergestellt werden. Aufgrund der Vielfalt der Landschaft, des Wassers und des Klimas im Hochland entstehen sehr vielfältige Whiskys mit interessanten Aromen. Jeder Whisky ist unterschiedlich, auch die von unmittelbar benachbarten Distillerien. sie sind z.T. rauchig und torfig intensiv. Bekannte Highland Destillerien sind u.a. Edradour, Tomatin und Dalwhinnie.


North Highland

Als North Highlands bezeichnet man die Region nördlich von Inverness. Zu dieser Region rechnet man auch die 2 Orkney Distillierien. Diese typischen "Ostküsten-" Whiskys zeichnen sich z.T. durch ein leichtes trockenes Heide- und Seearoma aus und sind sehr ausgeglichen, kräftig und angenehm zu genießen. Bekannte Distillerien der nördlichen Highlands sind u.a.: Highland Park, Glenmorangie, Glen Ord und Old Pulteney.


Speyside

Die Region entlang der Flüsse Spey, Avon und Livet südöstlich von Inverness ist DIE Whisky-Region an sich. Hier befinden sich die meisten Distillierien (ca. 40 !!!) mit den gößten Produktionsmengen. Die Luft riecht förmlich nach Whisky. In der Speyside wächst Gerste allerhöchster Qualität und es gibt sehr gutes, z.T. torfhaltiges Wasser. Als Brennstoff dient in der Speyside neben dem hier knappen Torf auch Kohle. Speyside Whiskys sind sehr rein. Die große Entfernung zum Meer bewirkt eine charakteristische Frische und einen außergewöhnlich ausgewogenen Geschmack nach Heide und Süße. Das macht einen Speyside Whisky einfacher zu erkunden als z.B. einen vielschichtigen Islay Whisky. Bekannte Speyside Destillerien sind u.a. Glenfiddich, Glenfarclas, Glenlivet, Cragganmore, Cardhu, Tomintoul und Glen Grant.


West Highland

Zu den West Highland Whiskys rechnet man diejenigen, die an der schottischen Westküste (ohne Islay und Campbeltown) entstehen. Ebenfalls dazu gehören die Whiskys der Inseln Mull, Skye, Jura und Arran. Geschmacklich ordnen sich die West Highland Whiskys zwischen den Highland in den Islay Whiskies ein, d.h. ein starker Torf- und Rauch- Charakter ist dominierend, dazu z.T. ein intensives, teils salziges See-Aroma. Eine Ausnahme bildet der "Isle of Jura", der seit der Wiedereröffnung der Distillerie eine karamelige Süße aufweist. Auf den Äußeren Hebriden gibt es wegen der großen Entfernung zum schottischen Festland keine Distillerien. Bekannte West Highland Distillerien sind u.a. Oban, Talisker, Tobermory, Isle of Jura und neu: Arran.


Campbeltown

Die einst mächtigste Whisky Metropole Campbeltown (1830 produzierten ca. 30 Distillerien in einer einzigen Stadt !!) ist fast zur Bedeutungslosigkeit verkommen. Heute sind nur noch 2 Brennereien aktiv, eine 3. wird demnächst wiedereröffnet. Somit ist Campbeltown die kleinste eigenständige Whisky-Region Schottlands. Campbeltown Whiskys sind ähnlich den West Highland Whiskys recht aromatisch, torfig und rauchig. Die beiden aktiven Distillerien in Campbelton sind: Springbank und Glen Scotia.


Isle of Islay

Die Insel Islay vor der Westküste Schottlands, genauer westlich vor der Halbinsel Kintyre, ist ebenfalls eine kleine, wenngleich sehr wichtige Whisky-Region. Auf relativ engem Raum befinden sich 7 produzierende Distillerien, 3 an der Südküste und 4 im nördlichen Inselbereich. Islay Whiskys zeichnen sich durch besonders rauchig-torfiges Aroma und einen großen vielschichtigen Charakter aus.

Durch die allgegenwärtige See sind salzig seetangartige Einflüsse feststellbar. Die Farbe des Whiskys ist im allgemeinen viel dunkler als die der Produkte anderer Regionen.

Das Wasser auf Islay ist besonders klar, kalt und sauber.

Torf gibt es in Hülle und Fülle, was sich auch auf die Whiskys auswirkt.

Der aromatischste Whisky stammt auch von Islay: Laphroaig 10 years, der bereits eine starke phenolische Note hat. Die starken und sehr aromatischen Whiskys wurden und werden vornehmlich von Seefahrern bevorzugt, erfreuen sich jedoch auch allgemein zunehmend großen Zuspruchs weltweit.

Die Islay Destillerien sind Bowmore, Bruichladdich, Bunnahabhain und Caol Ila im Norden, sowie Ardbeg, Lagavulin und Laphroaig im Süden. Die Port Ellen Distillery wurde unlängst abgerissen. Dieser Whisky ist aber noch erhältlich bei sehr stark steigenden Preisen. Bunnahabhain produziert nur zeitweise.

Gegenwärtig wird auf Islay eine neue sehr kleine Destillery aufgebaut: Kilchoman, die auch zu den nördlichen der insel zählt und sich etwas westlich von Bowmore befindet.


Nord-Irland, Republik Irland

Irland und Schottland verbinden viele Gemeinsamkeiten: die gälische Sprache, die nachgewiesen gegenseitigen Einflüsse bei der Whisk(e)y-Verfeinerung, "Gian't Causeway", ein ins Meer führender Streifen aus senkrecht stehenden Basaltsäulen, die sich auf der schottischen Insel Staffa wiederfinden, Torf etc.

Irische Whiskeys sind im Normalfall Vatted Malts oder Blends, es gibt aber auch einige sehr hochwertige irische Single Malts. Die irischen Blends zeichnen sich durch einen sehr hohen Malt-Anteil aus, da irische Malts - vergleichbar mit schottischen Lowland Malts- sehr mild sind.

In Nordirland gibt es 1 Distillery: Bushmills, die recht verschiedene Whiskey-Sorten produziert. Große Verbreitung finden die verschiedenen Vatteds und Single Malts der Distillery.

In der Republik Irland produzieren nur noch 2 Distillerien: Midleton und seit 1989 Cooley. Beide Distillerien produzieren wiederum viele verschiedene Whiskey-Marken, Blends, Vatteds und auch Single Malts, die von sehr hoher Qualität sind. Middleton gehört zu den "Irish Distillers" und produziert vor allem DIE irischen Whiskey Marken: Jameson und Paddy's und den Whiskey für Bailey's Irish Cream Likör. Cooley ist eine kleine selbständige Distillery und produziert intensive hochklassige Malts wie "Connemara" und "Locke's", die weltweit Kenner erfreuen.


USA

In den Vereinigten Staaten wird in 2 Bundesstaaten Whisky hergestellt: Kentucky und Tennessee.

Bekanntester Vertreter des Typs Kentucky Straight Burbon ist "Jim Beam", der zwar als Blend bekannt ist, den es aber auch als ausgezeichneten Single Malt gibt. Kentucky Straight Burbon wird aus mindestens 51% Mais mit Pot Stills hergestellt, der Getreidezusatz variiert zwischen Roggen und Weizen.

Eine zweite in Kentucky hergestellte Art ist der Kentucky Straight Rye, der aus midestens 51% Roggen mit Pot Stills hergestellt wird.

Tennessee Whisky hat vor allem einen Vertreter: "Jack Daniels". Hier werden neben dem verbreiteten Blend "No.7" aber auch feinste Single Malts hergestellt: "Gentleman Jack" und "Single Barrel". Am 28. Juli 2001 eröffnete im Pub "George & Dragon" im Hotel InterContinental Stuttgart das erste deutsche Jack-Daniels-Museum.


Japan, Kanada, Neuseeland

Die Japanische Whisky-Herstellungstechnologie wurde vollständig aus Schottland übernommen. Es sind die Torfvorkommen und das kühle Klima auf der nördlichen Insel Hokkaido, die eine Whisky-Produktion ermöglichen. Bekannteste Unternehmen sind: Suntory ("Yamazaki", "Hakushu"), Nikka ("Nikka", "Yoichi") und Sanraku Ocean.


Desweiteren wird Single Malt, wenn auch in weniger bedeutenden Mengen noch in Kanada (hier sonst nur Blended), in Neuseeland und in Australien von einem Farmer (Sorte "Lammerlaw") hergestellt.