Reisebericht



1. Clubreise nach Schottland

18. - 22. Oktober 2002
Oban, Argyll

Motto: "Wir wollen ganz nach Oban"

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3. Tag

Es ist Sonntag und alle Geschäfte und Distillieries haben geschlossen. Deshalb steht heute in erster Linie Besichtigung von Sehenswürdigkeiten und Landschaft auf dem Programm. Die heutigen Reiseziele im Überblick: Glen Garry, Kintail, Eilean Donan Castle, Glenelg, Isle of Skye. Um dieses Super-Programm bewältigen zu können, sitzen wir pünktlich um 7:30 Uhr am B&B-Frühstückstisch. Man hat unseren gestrigen wunsch erhört und heute ist das 'Full Scottish Breakfast' wirklich richtig full: doppelte Ration gegenüber gestern.

Kurz nach 8 Uhr sitzen wir auch heute im Auto. Es ist wieder frostig kalt: - 7 Grad C, wolkenlos bei kristallklarer Luft. Wir nutzen dies zunächst zu einem Besuch des Wahrzeichens von Oban: McCaig's Tower. Wir fahren mit dem Auto auf den Berg hinauf zum Parkplatz. Ein kurzer Fußweg bringt uns zum Eingang. Im gewaltigen Rundbau, dem Kolloseum im Rom nachempfunden, befindet sich ein schöner Park, den wir durchstreifen.

Es ist himmlische Ruhe. Gegenüber dem Eingang befindet sich außen am Turm eine Aussichts-Tribüne, von der aus man einen herrlichen Blick über die Bucht von Oban mit den vorgelagerten Inseln hat. Aufgrund der phantastischen Fernsicht konnten wir bis zu den Bergen von Mull und zum südlichen Leuchtturm von Lismore hinüber sehen. David: "Jetzt haben wir's geschafft - wir sind ganz oben in Oban."
Die folgenden 4 Bilder sollen dies etwas dokumentieren.

Blick nach Südwesten. Im Zentrum der Fährhafen mit einer Fähre von Caledonian MacBraine. Links daneben der Bahnhof - Endstation der West Highland Route. Am linken Bildrand das Industriegebiet, weiter hinten die Supermärkte.

Blick nach Westen. Im Zentrum das Columba-Hotel. Links davon das südliche Hafenbecken. Der Schornstein links vorn gehört zur Oban Distillery. Im Hintergrund der südliche Teil der Insel Kerrera. Vor Kerrera die Schiffspassage nach Süden (Islay).

Blick nach Westen. Hinter der letzten Häuserzeile unten verläuft die Uferpromenade. Dort befindet sich u.a. auch das 'Coasters' Pub. Dahinter das nördliche Hafenbecken von Oban. In der Bildmitte der nördliche Teil der Insel Kerrera.
Im Hintergrund - mit Wolkenhaube auf den höchsten Bergen - die Insel Mull.

Blick nach Nordwesten. Im Zentrum die anglikanische Kirche von Oban. Der Berg rechts ist Corran Brae mit dem Teilort Dunollie (versteckt in den Bäumen), links im Mittelgrund das Nordende von Kerrera, dahinter die Insel Mull. Rechts im Hintergrund die Berge der Morvern-Halbinsel. Zwischen Kerrera/Kirche bzw. Mull/Morvern die Fährpassage nach Mull und zu den Äußeren Hebriden (South Uist, Barra).
Dann haben wir ja keine Zeit und laufen zum Auto zurück und starten zur eigentlichen Tour. Wir verlassen wir Oban auf der A85 und fahren die gleiche Strecke wie gestern über Connel Bridge, Appin, Ballachulish auf der A828 / A82 nach Fort William. In Spean Bridge bleiben wir heute auf der A82 und somit im Great Glen Richtung Nordosten (Inverness).

Nebenan der südliche Teil unserer heutigen Reiseroute.






Am Nordende des Loch Lochy passieren wir den Kaledonischen Kanal. Hier müssen wir warten, weil die Drehbrücke gerade geöffnet ist, um ein Segelboot durchzulassen.
In Invergarry biegen wir links ab ins Glen Garry.

Nach einem langen Anstieg halten wir an einem Aussichtspunkt hoch oben über dem Glen Garry.
Links im Bild: Blick nach Südwesten: Die Straße von Invergarry, im Hintergrund: Wolken am Brae zum Loch Lochy hinunter. Das Wasser davor gehört zum Loch Garry.
Von hier aus genießt man einen phantastischen Ausblick über die Northwest Highlands. Tief unten im Tal sieht man Loch Garry, den See mit der Brücke, der auch in keinem Schottland-Bildband fehlt.
Dahinter die schneebedeckten Gipfel der Bergkette von Kintail.
Vor einer solch berauschenden Natur-Kulisse - mitten im Schottischen Hochland bei bestem Wetter mit phantastischer Fernsicht - nehmen wir uns die Zeit und genießen einen Single Malt. Wir brauchen etwas Zeit, um dieses Panorama verarbeiten zu können.


Zur Weiterfahrt wechseln wir wieder den Fahrer: Kai ist am Steuer. Er fährt aber nicht zum ersten Mal links und kommt daher gut zurecht. Wir halten nochmal kurz im Glen Shiel unterhalb der Braes of Kintail und kommen dann an Shiel Bridge vorbei zum Loch Duich.
Den nördlichen Teil der heutigen Reiseroute sehen Sie hier.

Dort erwartet uns das nächste touristische Highlight: Eilean Donan Castle.


 
 
 
Zunächst betreten wir das recht neue Visitor Center, wo wir für sehr viel Geld die Eintrittskarten erstehen. Dann passieren wir die gut bewachte Drehtür und befinden uns auf der Brücke, die hinüber zur Burg-Insel führt.
 

 

 
Schließlich stehen wir im äußeren Hof vor dem doch recht niedrigen Tor. Wir werden gewarnt: "Hind your head" steht über der Tür. Wir treten ein...
 
 
 

 

Nach Besichtigung der inneren Säle und Räumlichkeiten (hier sind Fotos verboten) schauen wir uns noch die Burgmauern und die dem Eingang gegenüberliegende Seite des Castles an.
 

 
Es ist gerade Ebbe. Voller Ehrfurcht vor'm Alter betrachten wir die wuchtigen Mauern des Castle, das in keinem Schottland-Bildband fehlt und auch schon Schauplatz vieler historischer Filme war.
 

 
... und finden uns - umgeben von hohen Mauern und steilen Treppen - im felsigen inneren Burghof wieder.
 

 
Zum Abschluß des Besuches noch das offizielle Club-Beweis-Foto: WIR WAREN HIER !
Im Visitor Center erkundigen wir uns bei der Fährgesellschaft Caledonian MacBraine wegen der Abfahrtstermine in Armadale. Wir hatten eine Skye-Rundtour geplant mit Rückfahrt per Fähre von Armadale nach Mallaig und dann via "Road to the Isles" zurück nach Fort William. Am Telefon erfahren wir, dass bei CalMac ab diesem Wochenenede der Winterfahrplan gilt und dass somit alle Wochenend-Verbindungen eingestellt sind ! So müssen wir schnell umplanen: Wir fahren nicht nach Portree und Trotternish wie ursprünglich geplant, sondern nach Elgol, einem kleinen Hafen im Südwesten der Insel. Für die Rückfahrt bleibt nur die Skye Bridge und der weite Weg über Kintail und Invergarry. Schön, dass wenigstens die kleine 6-Auto-Fähre Glenelg-Kylerhea noch in Betrieb ist. So fahren wir die Hauptstraße wieder zurück nach Shiel Bridge und biegen dann auf die Single Track Road, die sich am gegenüberliegenden Brae des Loch Duich in Serpentinen Paßstraßen-gleich hinauf windet.

 
Es ist starke Gezeitenströmung im Kyle Rhea (rechts der Blick nach Norden Richtung Kyle of Lochalsh) und der kleine Kahn wir ziemlich mitgerissen. Mit voller Motorleistung schafft er es am Ende doch, den kleinen Fährhafen zu erreichen.
Auf der anderen Seite des Gipfels sehen wir in weite, dünnbesiedelte Täler durch die sich Hochmoore ziehen. In zügiger Fahrt erreichen wir die kleine Fähre in Glenelg. Die ist jedoch gerade auf der anderen Seite in Kylehrea und so warten wir. Es entstehen einige Fotos wie dieses links - im Hintergrund die Isle of Skye. Nach geraumer Zeit ohne Aktion lassen wir unser Auto kurz hupen, was drüben heftige Aktion auslöst.
 

 
Der Fährmann lächelt zufrieden, als wir in Kylerhea ankommen. Wir entrichten den Obulus und haben Insel-Land unter den Rädern. Die kleine Single Track Road windet sich recht steil den Hang hinauf durch das unbewohnte Glen Arroch. Oben auf der Höhe breitet sich fast die gesamte Ostküste der Insel Skye vor uns aus.
Bild oben: Der Blick nach Norden: Skye mit der vorgelagerten Insel Pabay, ganz im Hintergrund kann man die Halbinsel Trotternish mit dem Kilt Rock erahnen.
 

Eine Radfahrerin ist die ganze "Fracht", die der Fährmann mitbringt. Das besondere an dieser kleinen Fähre für 6 PKW ist, daß der Fährmann die gesamte Auto-Plattform samt Autos mit purer Muskelkraft dreht !! Das sollte man mal gesehen haben. Jetzt geht es "Over the Sea to Skye". Als das kleine Schiff das stark strömende Wasser erreicht, driftet es wieder ab. Der Motor heult auf. Es rüttelt etwas.
 

 
Bild oben: Der Blick nach Westen: Die Black Cuillins, davor die Ortschaft Broadford.
Links: eine Detailkarte (zum Vergrößern bitte anklicken)
Nun ist es nicht mehr weit bis zur A 87, auf der wir nach Broadford fahren. Broadford ist die zweitgrößte Stadt auf der Insel Skye mit einer großen und teuren Tankstelle, vielen Hotels und B&Bs, etlichen unterschiedlichen Restaurants und einer Tourist-Information gleich an der Tankstelle.

 
Nach passieren von etlichen weiteren Orten, die meist nur aus 2-4 Häusern bestehen, erreichen wir schließlich nach einem unverhofft steilen Abstieg den kleinen Hafen von Elgol, an dem die Straße endet. Links übers Meer sehen wir die "Small Isles" Rhum und Canna. Ein Fischer repariert noch an seinem Boot herum. Von Süden her ziehen dunklere Wolken auf, Vorboten vom angekündigten morgigen schlechteren Wetter.
 

 
Im Hafen herrscht himmlische Ruhe - nur das Merr rauscht und von Ferne kreischen ein paar Möven. Ein idealer Ort, um "die Seele mal so richtig baumeln zu lassen" - und um einen Single Malt zu genießen.
 

Wegen der wochenends eingestellten Fährverbindung Armadale-Mallaig müssen wir unseren Skye-Trip deutlich verkürzen und biegen in Broadford auf die Single Track Road B 8083 nach Elgol ab (Karte links). Die Strecke führt durch sehr dünn besiedeltes Gebiet. Links vor uns kommen die Black Cuillins immer näher. Als wir nach dem Weiler Torrin   Loch Slapin halb umfahren müssen, haben wir die Südwand der Bergkette direkt vor uns.
 

 
Geradeaus auf der anderen Seite von Loch Scavaig sehen wir die Südflanken der westlichen Black Cuillins, die hier direkt ins Meer stürzen (Bilder links und unten).
 

 
Wir laufen etwas am Ufer von Loch Scavaig herum und versuchen, einen kleinen Damm zu bauen :-))
Immer wieder schweift der Blick übers Meer und wir sind einmal mehr verblüfft von dieser umwerfenden Landschaft.

 
Nun ist es noch Zeit für das offizielle Club-Foto "Wir waren in Elgol auf Skye". Inzwischen ist es schon recht spät am Nachmittag geworden und angesichts des weiten Rückweges ertönt wieder unser alter Spruch "Wir haben doch keine Zeit" und so starten wir zur "Skye-Rallye". David fordert alles von unserem Auto. Es geht dieselbe Single Track Road Road B 8083 nach Broadford zurück.
Zwischen den Felsen finden wir eine kapitale, aber leider tote Krabbe (Bild links).
 
Dann bleiben wir allerdings auf der A 87 und fahren zur Skye Bridge, wo wir den Brückenzoll entrichten. Wir passieren noch einmal Eilean Donan Castle am Loch Duich und fahren dann zügig den gleichen Weg zurück, den wir heute früh gekommen sind. Vom Rest des Tages gibt es eigentlich nicht mehr viel zu berichten, außer daß wir wieder recht spät in Oban eintreffen. Wir starten dann doch noch eine Pub Tour, die uns unter anderem ins einzige Irish Pub in Oban führt. Im "Oban Inn" Pub werden wir zufällig noch Zeuge eines wüsten Schaukampfes zweier recht stark angetrunkener Schotten, was bei uns gemischte Gefühle hervorruft. Wir glauben, daß etliche der Anwesenden am nächsten Tag nichts mehr von den Begebenheiten des Abends wußten.



(C) Single Malt Whisky Club Württemberg e.V. - Jens Burkhardt - Chairman
Benutzung dieses Materials, auch auszugsweise, mur mit Genehmigung des Vereins oder des Autors.




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