Reisebericht



1. Clubreise nach Schottland

18. - 22. Oktober 2002
Oban, Argyll

Motto: "Wir wollen ganz nach Oban"

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2. Tag

Heute haben wir viel vor. Deshalb nutzen wir den frühestmöglichen Frühstücks-Termin im B&B: 7:30 Uhr. Das 'Full Scottish Breakfast' fällt etwas karg aus: 1 Spiegelei, 1/2 warme Tomate, 1 Würstchen, 2 Schinken-Streifchen. Dazu noch Toast, Butter, Marmelade und Kaffee/Tee. Wir bitten für morgen um doppelte Ration.
Kurz nach 8 Uhr sitzen wir im Auto. Es ist frostig kalt: - 5 Grad C. Ziel heute ist die Speyside. Also verlassen wir Oban auf der A85. In Connel fahren wir über die beeindruckende Eisenkonstruktion von Connel Bridge. Erster Fotostop dann bei Appin: Auf einer Insel im Loch Linnhe liegt Castle Stalker im Sonnenschein. Dahinter die Insel Lismore mit deren nördlichen Leuchtturm, im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der Halbinsel Morvern. Wir sind beeindruckt bei soviel landschaftlicher Schönheit.
Der südliche Teil unserer heutigen Reiseroute.
Weiter geht die Fahrt entlang der winterlich eisigen schottischen Westküste nach Norden, über die Ballachulish bridge, vorbei an Corran ferry bis Fort William, dem südlichen Ende des Kaledonischen Kanals. In Spean Bridge schließlich wechseln wir den Fahrer.
David kommt erstmalig in den Genuß des Linksverkehrs und teilweise auch in den der Single Track Road, doch dazu später mehr. In Laggan biegen wir auf die A889 hinüber nach Dalwhinnie. Kurz nach der Abzeigung halten wir an der "... Pottery, Coffee Shop and Kiln Room", die eigentlich geschlossen hat, aber eigens für uns nochmal öffnet. Wir sind glücklich und genießen hervorragenden Kaffee und prima Kuchen und kaufen auch ein paar Kleinigkeiten.
Nun ist es wirklich nicht mehr weit bis zur
, die weiß leuchtend auf einem Hochplateau vor der gewaltigen Kulisse der dunklen Grampian Mountains liegt. Dalwhinnie Distillery ist die höchstgelegene Distillery Schottlands unweit der Spey-Quelle am Pass of Drumochter.
An der angebotenen Führung nehmen wir hier aber nicht teil, sonder genießen statt dessen in aller Ruhe den von einer sehr freundlichen Frau im Visitor Center (Film: asf, ca. 1,6MB) angebotenen Dram "Dalwhinnie - Distillers Edition" - ein wahrer Hochgenuß.
Dann müssen wir aber schon weiter, wir haben um 14:00 Uhr einen Besichtigungs-Termin für die Balvenie Distillery und bis Dufftown ist es noch ein Stück. Hier wird auch zum erstenmal der uns ständig verfolgende Spruch geprägt: "Wir haben doch keine Zeit !"
Also fahren wir zur A 9 der "Highland Road" hinüber. Hier heißt es: Go North ! Vorbei an den Orten Kingussie und Aviemore, biegen wir auf die A 95, die uns durch die Speyside bringt.

Der nördliche Teil unserer heutigen Reiseroute.
In Aberlour on Spey schauen wir kurz bei "WALKER'S" Keksfabrik vorbei und kaufen für den Kornwestheimer Weihnachtsmarkt mehrere große Tüten Shortbread Butter Fingers ein. Als wir in Dufftown eintreffen, haben wir tatsächlich noch ca. 40 Minuten Zeit ! Die nutzen wir für einen Kurzbesuch des Stadtzentrums mit dem berühmten Glockenturm. Die Verkehrsschilder am Platz lesen sich wie eine gut sortierte Whisky-Karte im Restaurant. Unten im Turm ist das lokale Visitor Center eingerichtet. Auf den Dächern der umliegenden Häuser liegt Schnee. Es ist sehr kalt.
Schließlich fahren wir die halbe Meile zurück zum nördlichen Ortsausgang zur

Distillery.


Anschließend werden wir von den anderen Besuchern getrennt und bekommen im Ausstellungsraum mit der Ahnengalerie einen Dram vom neuen Glenfiddich Liqueur gereicht.





Inzwischen ist eine wolke aufgezogen, aus der ein eisiger Schneeregen kommt. Verbunden mit aufkommendem starken Wind wird es schnell ziemlich ungemütlich und wir beeilen uns, vom Parkplatz das Gelände der Glenfiddich Distillery zu erreichen. Wir werden im Visitor Center herzlich willkommen geheißen. nach einer kurzen Wartezeit folgt die obligatorische Filmvorführung über Glenfiddich, die seit kurzem die Diashow abgelöst hat, und in vielen Sprachen, u.a. auch in Deutsch angeboten wird.



Die Wartezeit bis zum Beginn unserer Führung überbrücken wir mit eingehender Betrachtung der Ausstellungsstücke:
viele Bilder,
eine Vitrine mit 50-jährigen Glenfiddich (links unten),
eine weitere mit der gesamten Produktpalette von Glenfiddich und Balvenie (unten) und
einer runden Vitrine mit ausgewählten Spezialitäten (Film: asf, ca. 3,7MB)

Schließlich kommt unsere sehr gut deutsch sprechende Begleiterin zu uns und wir beginnen unsere spezielle Privatführung durch

. Dazu erhalten wir auffällige gelbe Westen und wegen des immer noch andauernden Schneeregens Schirme. Durch eine Brücke weiter hinten im Gelände der Glenfiddich Distillery gelangt man auf eine Straße, die ca. 1/2 Meile zum Gebäudekomplex der Balvenie Distillery führt.





Das besondere an dieser Distillery, die für "normale" Besucher nicht zugänglich ist, ist, daß hier noch ein Mälzboden und eine Darre ("Kiln") in Betrieb ist, was wir auch besichtigen können. So wird uns vor Augen geführt, wie die Gerste keimt und dann getrocknet wird. Es wird hier für das Trocknungsfeuer sowohl Kohle als auch Torf benutzt, um einen leicht getorften Whisky herzustellen. Natürlich werfen wir auch einen Blick auf die Pot Stills und den Spirit Safe. Als wir die Distillery verlassen, ist wieder bester Sonnenschein.
Wir verlassen Dufftown nordwärts und machen noch kurz halt an der "Speyside Cooperation", einer Gesellschaft, die sich auf das Faßherstellen spezialisiert hat und von vielen Distillerien betrieben wird. Hier ist allerdings Samstags alles geschlossen uns so sehen wir nur die berge leerer Fässer und ein paar Hochland-Rinder.

Auf unserer Fahrt die Speyside hinauf folgen 2 weitere kurze Stops bei am Wege liegenden Distillerien, wo allerdings um diese Uhrzeit auch bereits niemand mehr anzutreffen ist: in der Nähe von Marypark finden wir Glenfarclas Distillery. Hier hat man einen ausgedienten Pot Still vor der Tür aufgebaut.

Obwohl wir doch keine Zeit haben machen wir auch noch kurz Halt in Cragganmore Distillery nahe Balindalloch Castle.
Als wir bei Carrbridge wieder die A 9 erreichen, wenden wir uns wieder nordwärts Richtung Inverness. Am Paß "Slochd Summit" haben wir wieder mit einer Wolke zu kämpfen, die heftiges Schneetreiben verursacht.
Letztes Ziel an diesem sehr erlebnisreichen Tag ist das Glendruidh House Hotel in Inverness , der Hauptstadt der Hochland Region. Da wir auf der A 9 von Süden her ankommen, bietet sich uns zunächst ein traumhafter Blick über den Moray Firth mit der Kessock Bridge bis hinüber zur Black Isle, der Grafschaft "Ross and Cromarty" und zu den Northwest Highlands.



wo wir am angefeuerten Kamin seltene ausgesuchte Single Malt Whiskies (Film: asf, ca. 190 kB) und Bier kredenzt bekommen. Es kommt ein angeregtes Gespräch zustande und wir würden am liebsten hier bleiben und übernachten. Da wir aber darauf nicht vorbereitet sind, verabschieden wir uns schweren Herzens und fahren durch die Nacht zurück nach Oban.


Der Empfang im Partnerhotel unseres Clubs ist außerordentlich herzlich. Die Inhaber Michael und Christine begrüßen uns voller Freude. Wir werden an die Bar des Hauses eingeladen,



Michaels Tip folgend, fahren wir nicht auf der Hauptstraße das Loch Ness entlang, sondern benutzen die Single Track Road am Südufer. Diese führt uns durch eine sehr einsame Landschaft mit kleinen Weilern und abgelegenen stillen Seen, die im Licht des Vollmondes glänzen, eine sehr mystische Stimmung. Bei Fort Augustus erreichen wir die A 82, auf der wir schnell nach Fort William gelangen. Den letzten Teil der Strecke fahren wir den gleichen Weg zurück, den wir heute früh gekommen sind. Es ist schon sehr spät, als wir im B&B in Oban ankommen, was uns allerdings nicht von einer kleinen Pub-Tour abhält.



(C) Single Malt Whisky Club Württemberg e.V. - Jens Burkhardt - Chairman
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