Reisebericht



2. Clubreise nach Schottland

23. - 28. März 2011
Prestwick, Gourock, Edinburgh,
Speyside, Inverness, Skye, Mull, Iona, Oban Argyll

Motto: "Schottland - das Wichtigste in Kürze"

0. Tag , 1. Tag , 2. Tag , 3. Tag , 4. Tag , 5. Tag



4. Tag: Inselhopping : Von Oban zur Isle of Mull und von dort weiter zur Isle of Iona.

Sonntag, 27. März 2011. Heute brauchen wir alle einen Tag, der nicht ganz so vollgestopft ist mit Eindrücken. Wir freuen uns, dass wir heute ein Mini-Inselhopping machen dürfen mit dem Ziel: St. Columbas Abbey auf der Insel Iona.

Oban und die Fähr-Überfahrt nach Mull


Wir haben heute zwar ein deutlich entspannteres Programm als die letzten 2 Tage, stehen aber trotzdem beizeiten auf, denn wir müssen rechtzeitig an der 10-Uhr-Fähre sein, die uns hinüber zur Isle of Mull bringen soll. Das Full Scottish Breakfast ist reichlich und gut. Gestärkt und mit fast überstandenen Schnupfen fahren wir hinunter zum Oban Terminal von CALEDONIAN MACBRAYNE.

Wir werfen einen Blick hinüber zur Insel Kerrera.

Schon seit ewigen Zeiten gibt es diesen Local Shellfish Verkaufsstand am Hafen, wo es immer fangfrische Merresfrüchte und Fische gibt.


Wir sind die allerersten, die sich hier zur Fähre einfinden. Zuerst gehen wir ins zu dieser Uhrzeit noch total leere Terminal und erhalten alle Fähr-Tickets für den heutigen Tag. Herzlichen Dank dafür an Andrew von CALMAC !!! Wir haben nun noch viel Zeit und schauen uns etwas am Hafen von Oban um.

Die Geschäfte an der Hafenstraße öffnen gerade und so können wir einen kurzen Blick auf die Angebote werfen.

Dann legt unsere Fähre an: CALMAC "Lord of the Isles". Wir gehen zum Auto und machen uns startklar, auf die Fähre zu fahren.

Zügig legt die große Fähre ab und es bietet sich uns ein Blick über den Hafenbereich von Oban vom Meer aus.

Bevor die nächsten Sehenswürdigkeiten an uns vorübergleiten, machen wir es uns in der wenig bevölkerten Bar der CALMAC Fähre "Lord of the Isles" gemütlich. Es gibt Tee und Bier und Kekse.
 
 
 
 
Wir passieren die Spitze von Kerrera und können so auch die "Rückseite" der kleinen Insel mit dem Obelisken aus nächster Nähe sehen.

In Fahrtrichtiung rechts taucht der Leuchtturm der Insel Lismore auf.

Das impossante Bauwerk liegt genaugenommen auf der Mini-Insel Musdile (oder auch Mansedale) am südwestlichen Ende von Lismore.

Gebaut wurde der Leuchtturm von Robert Stevenson (Großvater des Dichters Robert Louis Stevenson) 1833 .

Es ist inzwischen der einzige Leuchtturm, dre noch mit katoptrischen Linsen anstelle von Fresnel-Linsen arbeitet.

Links steht auf einem Felsvorsprung der Insel Mull Duart Castle.
 
 
 
 
Vom Oberdeck der Fähre hat man einen guten Blick über den Sound of Mull.

Duart Castle, the Black castle ist Stammsitz des MacLean clans.

 

Isle of Mull und die Fähr-Überfahrt nach Iona


Der Sound of Mull ist ohne Wellen und so kommen wir sehr geruhsam in Craignure an der Ostküste der Insel an. Die Insel-Hauptstraße ist die A849, die wir zunächst in südlicher, dannin westlicher Richtung fahren. Kurz nach Verlassen von Craignure wird die A849 - eine Single Track Road mit Ausweichstellen. Zügiges fahren auf solchen Straßen will auch gelernt sein.

Schließlich kommen wir in Fionnphort am westlichen Ende des Ross of Mull an.

Hier sehen wir das CALMAC Fährterminal zur Iona-Ferry in Fionnphort zugegebenermaßen etwas kleiner als das in Oban.

Die Fähre ist da: Wir betreten die CALMAC Iona-Ferry in Fionnphort. Fahrkarten-Angelegenheiten werden direkt beim Fährmann abgewickelt.


Kurz bevor wir auf die Halbinsel "Ross of Mull" fahren, halten wir hier an diesem Tal mit den 3 Seen: Loch Sguabain, Loch An Ellen und Loch Airdeglais Selbst ohne grünes Gras sind wir überwältigt von dieser landschaftlichen Schönheit.

Wir schnüren unsere Rucksäcke und lassen das Auto stehen. Die Insel Iona ist autofrei - von ein paar Fahrzeugen der Insulaner mal abgesehen.

Diese etwas ältere Landkarte von Iona und dem Ross of Mull hängt am Terminal.

Von der Fähre erhaschen wir einen ersten Blick von der Fähre zu St.Columbas Abtei auf Iona.
 
 
 
 
 

 

Isle of Iona und St.Columbas Abtei


Der Fähranleger von Iona ist an der Ostküste. Der Ort heisst Baile Mor - es ist auch der einzige Ort auf der kleinen Insel, hat aber alles, was ein Insulaner so braucht. Doch dazu später.

Erste Attraktion auf dem Weg zur Abtei ist die Ruine des Augustinerinnen-Klosters (Nunnery).

An den Wänden findet man noch Grabtafeln einiger Nonnen.

Obwohl Iona so klein ist und nur einen Ort hat, gibt es hier eine Grundschule: Iona primary School.


Hier ein Blick auf das recht übersichtliche Dorf Baile Mor. Die Abtei ist am rechten Bildrand zu sehen.

Die Ruine des Nonnenklosters ist sehr gut erhalten und hat einen sehr gepflegten Innenhof.

Das Kloster wurde 1203 (!) von Reginald MacDonald, einem Sohn des sagenumwobenen Somerled und späteren Lord of the Isles gegründet. Bethóc, die Tochter von Somerled, wurde erste Klostervorsteherein. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster zerstört und ist seither eine Ruine.

und diese Schule hat sogar einen recht schönen Schulgarten
 
 
 
 
 

Uf einer Mauer begegnet uns die Insel-Katze. Streicheln ist allerdings nicht.
 
 
 
 
Der kurze Weg von Baile Mor zur Abtei ist sehr gut hergerichtet.
Und dann stehen wir vor dem Ziel unserer heutigen Tour: IONA ABBEY.

 
 
Davor steht die Replik des St. John's Cross aus dem 8. Jahrhundert. Das Original befindet sich, nachdem es mehrfach umgefallen und in Teile zerfallen war, im Museum der Abtei.
 
 

Die Landseite der Abtei.. rechts davon der Friedhof mit der alten Kapelle.

Am Eingang steht schon die Tafel mit den Öffnungszeitung und den Eintrittspreisen. Zu dieser Jahreszeit muss man aber noch nicht bezahlen. Offensichtlich sind es noch zu wenige Besucher, als dass sich der Betrieb des Kassenhäuschens lohnt.
 
 
 
 
Eine weitere Tafel mit den Gottesdienst-Zeiten etc. steht im Inneren der Abtei.

Auf der Wiese steht die "Descend of the Spirit" von Jacques Lipchitz.

Impossant: Der Innenhof der Abtei mit dem quadratischen Kreuzgang. Man sieht im Bild, dass einiger der Säulen erneuert werden mussten.

An den Wänden des Kreuzgangs stehen alte Grabplatten. Man entfernte sie vom Friedhof und stellte sie hier auf, damit die vor dem Wetter geschützt sind und nicht weiter verwittern.
 
 
 
 
 
 
Das Hauptschiff der Kathedrale . Ein wirklich beeindruckendes Gebäude !
 
 



 
 
Der Altar besteht aus einem roh behauenen Stein. Auf jede andere Art von Schmuck wurde verzichtet.

Wir gehen etwas nach vorn: Der Altar in der Mitte wirkt für sich.

Links vom Hauptschiff wird von der Gemeinde dieses Seitenschiff genutzt.
 
Iona ist die "heilige Insel Schottlands".
 
Auf ihr kam im Jahre 563 der Hl. St.Columba mit 12 weiteren Möchen aus Irland an. Man sagt, er wurde von seinem Heimatkloster verstoßen. Er wollte ein Kloster gründen auf der ersten Insel, von der aus man Irland nicht mehr sieht. Nach mehreren vorherigen Versuchen war Iona die erste Insel, von der aus Irlnd nicht mehr zu sehen war. St. Columba unterlag allerdings einem Irrtum: Von den Hügeln Ionas kann man bei sehr gutem Wetter sehr wohl Irland sehen.
 
Ein weiterer Grund dafür, dass Iona die Heilige INsel genannt wird, ist, dass hier das "Book of Kells" entstanden sein soll. Anfang des 9. Jahrhunderts flohen nach Wickingerangriffen die letzten Mönche von Iona zurück nach Irland in das Kloster Kells und brachten ein großes Buch mit...
 
Seither ist Iona Grabstätte vieler schottischer Könige, Clanchiefs und Herrscher.
Etwas seitlich vom Altar sind einige der Grabstätten königlicher Familien .

In einer weiteren Niesche ist die Ecke der Stille und Andacht untergebracht.

In einer Seitenniesche befindet sich dar Sarkopharg von George Douglas VIII, einem der Dukes of Argyll mit seiner Frau.

Auch wir nehmen diesen Moment war und zünden eine Kerze an .
 
 
 
 
 
 
Wie auch schon auf einem Foto oben zu sehen: Diese Kirche lebt !

Wir gehen bis hinunter zum Ufer, damit wir das ganze Areal vom Sound of Iona aus überblicken können.

Wieder draussen, gehen wir einmal um das mächtige Gebäude herum uns betrachten die Seeseite der Abtei .

Original-Keltenkreuze:
Vor der Abtei steht das 2. große Keltenkreuz: St.Martin's Cross aus dem 10. Jahrhundert.

Im Museum hinter der Abtei kann man die zerbrochenen und wieder zusammengesetzten Teile des originalen St. John's Cross aus dem 8. Jahrhundert.
Im Museum der Abtei kann man ausserdem die ältesten und wertvollsten Grabplatten und Plastiken der Abtei betrachten. Hinter Glas sind nur ganz wenige Stücke.

Auf einem Hügel blühen diese wilden Narzissen.

Jetzt sind wir einmal fast um die Abtei herumgelaufen und sehen den Gebäudekomplex von der Bergseite her.

Wilde Narzissen blühen zu dieser Jahreszeit überall auf der Insel und in ganz Schottland.
 
 
 
 
 
 

Das Leben auf so einer kleinen Insel kann besonders im Winter schon ziemlich einsam und langweilig sein. Da kommt man dann auf solche Ideen und bastelt ein Schaf aus Zweigen und stellt es am Weg auf.

 
Die Hauptstraße von Baile Mor .
 
Auf dem Weg von der Abtei zurück nach Maile Mor beseitigt dieses Insel-Rind gerade den Zaun um die Weide, weil das Gras auf der anderen Seite immer grüner ist.

Obwohl die Insel so winzig ist, ist für alles gesorgt: Neben einer Grundschule ist dies das Hauptpostamt der Insel Iona.

Hier befindet sich auch das Nobel-Hotel der InselHotel der Insel mit einer exzellenten Speisekarte. Es gibt noch 2 weitere Herbergen und Gaststätten.

Die Uferpromenade (Hauptstraße) vom Inselhauptort Baile Mor vom Strand aus gesehen.

 

Der Strand von Baile Mor: Super sauberer Sand, super klares Wasser.
Wir haben noch etwas Zeit (ja - das gibt es auch auf dieser Reise !) und gehen kurz hinunter zum Strand.

Hier könnte man es noch länger aushalten: Ein idealer Platz zum entspannen.

Wir versuchen, ein paar kleine Steine herauszubrechen und mitzunehmen.

Dann kommt unsere Fähre.
 
 
 
 
 
 

Am Fähranleger wird nichts angezeigt. Ist auch nicht nötig - man sieht die Fähre ja ständig.

Rückfahrt, Abends in Oban


Wir verlassen die Insel Iona und gehen auf die Fähre. Es war sehr schön hier - lebendige Geschichte erleben - hier geht das.

Im Inn brennt ein Feuer im Kamin - heimelig. Die Küche hat geschlossen, so gibt es Cracker und Tee.

Pünktlich legt die Fähre nach Oban an und wir fahren als Erste ins Autodeck der CALMAC Fähre "Lord of the Isles".


Unser Auto steht noch in Fionnphort am Hafen. Wir fahren den selben Weg zurück nach Craignure, den wir heute früh gefahren sind. Wir haben noch etwas Zeit (schon wieder etwas Zeit - da stimmt etwas nicht!) und kehren noch im Craignure Inn auf eine Tasse Tee ein. Die Luft hat sich im Laufe des Tages deutlich abgekühlt.

Sehr interessant finden wir die Schilder an der Bar. Bemerkenswert: Man spricht hier auch Englisch !

Oben an der gemütlichen Bar der Fähre gibt es erstmal ein gepflegtes Bier und Ralf erkundigt sich nach den neuesten Fußball-Ergebnissen.
 
 
 
 
 

Schilder auf der CALMAC-Fähre:
In erster Linie mal alles in Gälisch.

Für Touristen hat man alles nochmal klein in Englisch drunter geschrieben.
Schnell und wohlbehalten kommen wir in Oban an. Alles hat wunderbar geklappt. Danke nochmals an Andrew, dem wir diesen sehr schönen Tag zu verdanken haben. Abends am Oban Terminal von CALMAC.

Im Zentrum von Oban. Über der Distillery: McCaig's Tower.

Die Bucht von Oban am Abend. Im Hintergrund: Kerrera und Mull.

Wir schauen uns noch etwas im Zentrum von Oban um - passend zum Tag: hier Columba-Hotel in Oban.

Oban Distillery - Termin ist morgen.
Abends am B&B in Oban mit Fr. Barbour.

Die gemütlichen Zimmer im B&B - Noch ein Tee zum Feierabend...
 
 
 
 
 
 

Ralf und Jens ziehen abends nochmal los. Oban ohnePub-Tour - das geht gar nicht ! Leider hat Jens' Lieblings-Pub "The Coasters" heute geschlossen, aber es gibt ja in Oban reichlich andere. Wir finden überall Kontakt zu Einheimischen - zu dieser Jahreszeit gibt es nicht viel Touristen hier. Unter anderem werden wir sehr eindringlich von einem Ex-Seemann in einem Pub darüber aufgeklärt, dass nur ACDC gute Musik macht. Mit dieser Erkenntnis geht dann auch für die 2 dieser sehr schöne Tag zu Ende. Morgen gibt es wieder ein volles Programm inklusive "hoffentlich geordnetem Rücksturz" nach Deutschland.



(C) Single Malt Whisky Club Sachsen e.V.- Bericht: Jens Burkhardt; Fotos: Jens Burkhardt, Konrad Rosenbaum, Heike und Ralf Schuster.
Benutzung dieses Materials, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Vereins, des Autors oder der Fotografen.




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